AGÖF-Orientierungswerte für flüchtige organische Verbindungen in der Raumluft (Aktualisierte Fassung vom 28. November 2013)


1. Einführung
2. Die Bewertung von Innenraumbelastungen
3. Datenbasis und Vorgehen bei Festlegung der AGÖF-Orientierungswerte
4. Beurteilung geruchsintensive Substanzen
5. Erläuterung zur Liste der AGÖF-Orientierungswerte VOC
6. AGÖF-Orientierungswerte VOC
6.1 Abkürzungen
6.2 Anmerkungen

Deutsche PDF-Version der Orientierungswertliste 2013
English PDF-Version of AGÖF-Guidance Values 2013
English HTML-Version of AGÖF-Guidance Values 2013
  

1. Einführung

Seit 1993 werden in Deutschland von einer Ad-hoc-Arbeitsgruppe1 Richtwerte für die Innenraumluft veröffentlicht. Dabei handelt es sich um toxikologisch begründete Werte für Einzelstoffe oder Stoffgruppen. Mit den Richtwerten können Messergebnisse in der Innenraumluft in Bezug auf ihre gesundheitliche Relevanz bewertet werden. Nachdem bis zum Jahr 2007 kaum mehr als 10 Richtwerte vorlagen, wurden bis Juni 2013 nun insgesamt 36 Richtwerte für flüchtige organische Verbindungen herausgegeben2. Dennoch bleibt für den größten Teil der in der Innenraumluft messbaren Stoffe die Bewertungsunsicherheit bestehen.

Die Ad-hoc-Arbeitsgruppe schlägt für die Beurteilung von Verunreinigungen der Innenraumluft eine Bewertungsrangfolge vor, bei der toxikologisch abgeleitete Richtwerte und orientierend statistische Werte für Einzelstoffe und den TVOC herangezogen werden. Statistisch abgeleitete Kenngrößen sollen möglichst zeitnah dabei aktualisiert werden, um das aktuell im Innenraum vorkommende Substanzspektrum widerzuspiegeln.3

Aus der jahrzehntelangen Praxis der Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft ökologischer Forschungsinstitute (AGÖF) resultiert ein Erfahrungswissen über das Vorkommen von VOC und damit verbundenen gesundheitlichen und geruchlichen Auffälligkeiten. Als Hilfestellung für die Bewertung von Innenraumluftmessungen wurden daraus statistisch abgeleitete Auffälligkeitswerte für die Raumluft ermittelt und 2004 zum ersten Mal als AGÖF-Orientierungswerte einer Fachöffentlichkeit vorgestellt. 4 Anhand von Orientierungswerten können Messergebnisse bezüglich einer statistischen Wahrscheinlichkeit eingestuft und damit in ihrer Relevanz für die Suche nach Ursachen gesundheitlicher Beschwerden gewichtet werden. Die Bewertung eines konkreten gesundheitlichen Risikos ist mit den Orientierungswerten nicht möglich.

Die Veröffentlichung der Orientierungswerte stieß auf großes Interesse und mündete in ein durch das Umweltbundesamt gefördertes Forschungsvorhaben der AGÖF mit dem Titel „Bereitstellung einer Datenbank zum Vorkommen von flüchtigen organischen Verbindungen in der Innenraumluft”5. Aus den Ergebnissen dieses Forschungsvorhabens legte die AGÖF im Herbst 2007 eine überarbeitete Fassung für mehr als 150 flüchtige organische Substanzen vor und veröffentlichte diese auf ihrer Homepage. In einer ausführlichen Tabelle wurde nun neben statistischen Kenndaten wie der Stichprobengröße, dem 50. und dem 90. Perzentil, der Orientierungswert aufgeführt. Der Orientierungswert gibt an, ab welchem Messwert eine Substanz in der Innenraumluft auf Grund statistischer Auffälligkeit oder toxikologischer Erkenntnisse zu bewerten ist.

Die Orientierungswerte werden seitdem vielfach von Sachverständigen etc. genutzt und etablierten sich rasch zu einem wirksamen Instrument zur Beurteilung der lufthygienischen Qualität von Innenräumen.

2012 wurde mit der Erarbeitung einer aktualisierten Neuauflage der AGÖF-Orientierungswerte auf der Grundlage eines weiteren durch das Umweltbundesamt finanzierten AGÖF-Forschungsprojektes6 begonnen. In die überarbeitete Liste gingen statistische Daten aus 4846 Datensätzen ein, die von AGÖF-Instituten im Rahmen ihrer Untersuchungstätigkeiten 2006 bis 2012 erhoben wurden.

Noch im Aktualisierungsvorgang befinden sich die „AGÖF-Orientierungswerte für mittel- und schwerflüchtige organische Verbindungen und Schwermetalle im Hausstaub”, hier ist die derzeit gültige Fassung aus dem Jahre 2004 zu finden.

 

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2. Die Bewertung von Innenraumbelastungen

Zur Bewertung flüchtiger organischer Verbindungen (VOC)7 haben vor allem zwei Arten von Bewertungsmaßstäben Bedeutung erlangt:

Nicht unerwähnt bleiben sollen an dieser Stelle auch pragmatisch bzw. Vorsorge begründete Bewertungskonzepte, wie zum Beispiel das ALARA-Prinzip8, das u.a. im Strahlenschutz oder auch für die Herleitung von Grenzwerten für Pestizide im Trinkwasser in Höhe der Bestimmungsgrenze zugrunde gelegt wird.

Bewertungskonzepte beruhen auf Konventionen, die einen wissenschaftlich gesellschaftspolitischen Konsens zum Ausdruck bringen sollen.

Toxikologisch abgeleitete Bewertungen führen zur Bildung von Richtwerten, die gesundheitsbezogene Fragestellungen beantworten sollen. Im Experiment werden Versuchstiere verschiedenen hohen Substanzkonzentrationen ausgesetzt um die Konzentrationen zu finden, die keine erkennbaren Effekte auslösen. Ein alternativer Ausgangspunkt für die Ableitungen von Richtwerten sind Erfahrungen aus Arbeitsplatzuntersuchungen, bei denen Menschen relativ hohen Konzentrationen ausgesetzt sind. Um die Wirkungen von Expositionen im Niedrigdosisbereich des Innenraums für empfindliche Bevölkerungsgruppen (Kleinkinder, kranke Menschen) abzubilden, wird mit sog. Unsicherheitsfaktoren gearbeitet. Eine detaillierte Darstellung des Vorgehens für die Ableitung von Richtwerten der sog. Ad-hoc-AG wurde 19969 veröffentlicht.

Bei diesen toxikologischen Ableitungen bleibt offen, in wieweit unspezifische Gesundheitsstörungen wie Kopfschmerzen, Konzentrationsstörungen etc. in einem Tierexperiment oder bei Untersuchungen an Laborarbeitsplätzen erkennbar sind. Bei Innenraumbelastungen stellen unspezifische Beschwerden die am häufigsten genannten gesundheitlichen Probleme dar. In der Innenraumluft liegen in der Regel Substanzgemische vor, die durch die toxikologische Ableitung allein nicht bewertet werden können. Die Festlegung von Unsicherheitsfaktoren wie z.B. dem Hundertfachen ist nicht mehr toxikologisch begründbar und beruht auf Konventionen. Der vergleichsweise hohe Aufwand für die toxikologische Begründung ist ein wesentlicher Grund für die geringe Zahl der zur Verfügung stehenden Richtwerte. Dieses Konzept reicht nicht aus, um für die Vielzahl der Substanzen in der Innenraumluft eine gesicherte Bewertung zu ermöglichen. Es ist aber ein wichtiges Hilfsmittel, um die Frage nach gesundheitlicher Gefährdung für die Allgemeinbevölkerung zu beantworten.

Bei dem statistisch abgeleiteten Bewertungskonzept werden Referenzwerte gebildet. Hierbei wird aus einer größeren Zahl von repräsentativen Untersuchungen eine „übliche, durchschnittlich existierende” Schadstoffbelastung der Innenraumluft ermittelt und als „normal” definiert. Häufig wird das sog. 90. oder 95. Perzentil als Konzentrationsschwelle genannt, die bei Überschreiten auf eine unübliche Belastung hinweist.10,11,12 Die AGÖF legt aufgrund der vorliegenden Häufigkeitsverteilung als oberen Referenzwert das 90. Perzentil der Messwerte für anlassbezogene Daten fest, weil dies als Obergrenze des als sicher geltenden Hintergrundgehaltes gedeutet werden kann.13

Für neue Substanzen oder Substanzgruppen, die in die Raumluft gelangen, liegen zunächst keine Referenzwerte vor. Auch können bei einem verstärkten Einsatz bekannter Substanzgruppen durch Produktionsumstellungen (wie dies bei dem Ersatz von Lösemitteln in Farben erfolgte) vorhandene Referenzwerte beständig überschritten werden. Beide Erscheinungen können durch regelmäßige Aktualisierungen der Referenzwerte ausgeglichen werden.

Toxikologisch und statistisch abgeleitete Bewertungskonzepte müssen auf die sich verändernde Umwelt reagieren. Bei der toxikologischen Bewertung führen neue medizinische und toxikologische Erkenntnisse zum Aktualisierungsbedarf. Bei den statistisch abgeleiteten Werten müssen Veränderungen der VOC-Konzentrationen im Innenraum aufgenommen werden, die auf Grund neuer Produktzusammensetzungen und Nutzergewohnheiten entstehen.

Eine vollständige und nutzerspezifische Bewertung einer Innenraumluftbelastung ist auf beide Konzepte angewiesen. Nur unter Berücksichtigung statistischer Zusammenhänge und toxikologischer Erkenntnisse können die gesundheitlichen Risiken gewichtet und die Quellen für Innenraumbelastungen festgestellt werden. Eine geruchliche Belastung wird allerdings durch keinen der beiden Ansätze befriedigend beantwortet.

Die Praxis zeigt, dass je nach Fragestellung und Situation beide Bewertungsmaßstäbe wichtig und durch Gutachter mit unterschiedlicher Gewichtung zu nutzen sind. Ergänzt werden sie durch weitere Bewertungsmaßstäbe oder Bewertungshilfen, wie das TVOC-Konzept, Informationen zu Geruch und die persönliche Erfahrung des Gutachters. Die Verwendung und gegenseitige Gewichtung der Bewertungsmaßstäbe liegt in der Verantwortung des Gutachters und sollte in einem Gutachten nachvollziehbar und plausibel dargestellt werden.

Den Untersuchungsanlässen für Raumluftuntersuchungen auf flüchtige organische Verbindungen liegen oftmals unterschiedliche und teilweise sehr komplexe Einzelfragestellungen zugrunde. Eine wesentliche Aufgabe des Gutachters ist es daher auch, in Abstimmung mit dem Auftraggeber zunächst die Aufgabenstellung der Untersuchung zu definieren, um darauf aufbauend die notwendige Mess- und Bewertungsstrategie abzustimmen.

Die nachfolgend veröffentlichten AGÖF-Orientierungswerte unterstützen die Gutachter bei ihrer Arbeit. Sie stellen zum einen ein aktuelles Kompendium an statistischen Referenzwerten dar und weisen darüber hinaus auch relevante toxikologische Richtwerte anderer Autoren aus. Sie dienen damit dem Ziel des vorbeugenden Gesundheitsschutzes.

 

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3. Datenbasis und Vorgehen bei Festlegung der AGÖF-Orientierungswerte

Die vorliegenden Orientierungswerte beruhen auf einem aktualisierten Datenpool aus den Jahren 2006 bis 2012, der im Rahmen des Forschungsprojekts „Zielkonflikt energieeffiziente Bauweise und gute Raumluftqualität - Datenerhebung für flüchtige organische Verbindungen in der Raumluft von Wohn- und Bürogebäuden (Lösungswege)” gewonnen wurde. Probenahmeverfahren und Methodik werden hier nur im Überblick dargestellt. Weitere Angaben können den Projektberichten14 entnommen werden.

Die Probenahme orientierte sich an den Vorgaben der VDI-Richtlinie 4300 Blatt 1 und Blatt 6, die weitgehend in die DIN EN ISO 16000 eingegangen sind. Sie wurde in der Regel nach mindestens 8 Stunden Nichtbelüftung durchgeführt, weil diese Art der Probenahme am ehesten zu reproduzierbaren Ergebnissen führt. Die Erfassung der Luftinhaltsstoffe erfolgte durch aktive Probenahme. Zur Erfassung der Substanzen waren neben dem Thermodesorptionsverfahren auch auf Lösemitteldesorption basierende Verfahren (Aktivkohle oder Anasorb) mit entsprechender Doppelbeprobung zur Analyse unterschiedlich polarer Verbindungen zugelassen. Die Analyse der desorbierten Verbindungen erfolgte zumeist gaschromatografisch mit massenselektivem Detektor.

Zusätzlich wurden Daten zur Aldehyd- und Ketonkonzentrationen aufgenommen, die mit Impinger (Formaldehyd) und DNPH-basierten Verfahren erfasst und analysiert (Desorption mit Acetonitril, Analyse mit Hochdruckflüssigkeitschromatografie mit UV-Detektor) wurden sowie Flammschutzmittelkonzentrationen aus Adsorption auf PU-Schaum und Analyse mit GC/MS.

Für den Nachweis der niedermolekularen Alkansäuren ist Tenax nicht das optimale Adsorptionsmedium. Aufgrund der starken Polarität sind Minderbefunde zu befürchten. Daher ist die Anwendung spezieller Verfahren mittels Derivatisierung/ GC/MS oder Ionenchromatographie zu empfehlen. Für diese Verfahren liegen jedoch noch nicht genügend Messergebnisse vor, um Referenzwerte aufstellen zu können.

Die Teilnehmer des Forschungsprojektes führten zur Qualitätssicherung der unterschiedlichen Analyseverfahren in den letzten Jahren Laborvergleichsuntersuchungen15 durch.

Die Liste der AGÖF-Orientierungswerte umfasst über 300 Einzelverbindungen. Sie enthält auch Stoffe, die außerhalb des TVOC (C6 – bis C16) liegen, aber mit den genannten Methoden erfasst wurden und für die Bewertung relevant sind. Dagegen wurden Stoffe und Stoffgruppen, die eine eigene Analytik und deutlich niedrigere Bestimmungsgrenzen erfordern, wie zum Beispiel weitere Phenole, Chlorphenole, MVOC und PAK, nicht in die Liste aufgenommen, da für diese Stoffe separate Auswertungen erforderlich wären.

Für jeden Stoff werden die statistischen Kennwerte Stichprobengröße (n), 50. Perzentil (P 50) und 90. Perzentil (P 90) bezugnehmend auf die Ergebnisse des aktuellen AGÖF-Forschungsvorhabens genannt. Bei der Ableitung der Kennwerte wurden Konzentrationen unterhalb der Bestimmungsgrenze mit dem 0,5-fachen der Bestimmungsgrenze berücksichtigt. Liegt der so ermittelte Kennwert unterhalb der Bestimmungsgrenze wird an dieser Stelle der entsprechende Perzentilwert der Bestimmungsgrenze mit dem Vorzeichen „<” angegeben.

Ergänzend zu den statistisch abgeleiten Perzentilen werden Orientierungswerte nur für die Stoffe genannt, für die eine ausreichend große Anzahl an zuverlässigen Messwerten zur Verfügung gestellt wurde. Die Orientierungswerte wurden gerundet (kleiner „10” mit 2 signifikanten Stellen und ab „10” nur ganzzahlig). Wenn der Normalwert und der Auffälligkeitswert unterhalb der Bestimmungsgrenze lagen, wurde kein Orientierungswert festgesetzt.

Für zahlreiche Stoffe lagen der Normalwert und der Auffälligkeitswert unterhalb der Bestimmungsgrenze. Der Nachweis dieser Stoffe oberhalb der Bestimmungsgrenze kann daher bereits auffällig sein. Auch Stoffe, deren Konzentrationen in Innenräumen in der überwiegenden Zahl der Fälle unterhalb der Bestimmungsgrenze lagen, können in Einzelfällen hohe bzw. bewertungsrelevante Konzentrationen erreichen.

Der AGÖF-Orientierungswert entspricht in den meisten Fällen dem Auffälligkeitswert und damit dem 90. Perzentil. Die statistischen Auswertungen der AGÖF zeigen, dass das 95. Perzentil stärker von der Zufälligkeit der Messsituation geprägt ist.

Eine Absenkung des Orientierungswertes gegenüber dem Auffälligkeitswert erfolgte für die Parameter Formaldehyd und den TVOC-Wert, da bei anlassbezogenen Messungen für gezielt erhobene Einzelparameter (Einzelstoff bzw. Summenwert) höhere Konzentrationen ermittelt werden, als dies für Einzelstoffe innerhalb von Screeninguntersuchungen der Fall ist.

Die der statistischen Auswertung zugrundeliegenden TVOC-Werte entsprechen dem TVOC-Wert, der für den Retentionsbereich von n-Hexan bis n-Hexadekan aus der Summe der substanzspezifisch quantifizierten Verbindungen und der weiteren Verbindungen über Toluoläquivalente bestimmt wurde.

Die vorliegende Liste ist nicht als Festlegung des in jedem Fall zu prüfenden Stoffumfangs zu verstehen. Im Einzelfall hat der Gutachter eine geeignete Auswahl zu treffen, die sowohl ausgewählte Einzelstoffe als auch über die Stoffliste hinaus weitere Substanzen enthalten kann. Auch wenn in vielen Fällen die Quantifizierung einer großen Anzahl an Stoffen wünschenswert ist, ist nicht allein die Menge der Stoffe entscheidend. Wichtig ist, dass Verfahren eingesetzt werden, mit denen relevante Belastungen und mögliche Belastungen außerhalb des bekannten bzw. substanzspezifisch quantifizierbaren Stoffspektrums erkannt werden.

 

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4. Beurteilung geruchsintensiver Substanzen

Im Rahmen des Forschungsvorhabens16 wurden wesentliche Anlässe für die Untersuchung der Innenraumluft identifiziert (s. Abb. 1). Gerüche, Gesundheitsbeschwerden und Expositionsverdacht sind die am häufigsten genannten Gründe für Innenraumuntersuchungen. 26 % der von AGÖF-Instituten durchgeführten Innenraumuntersuchungen sind durch auffällige oder unangenehme Gerüche veranlasst. Daneben erfolgen in geringerem Umfang mit 15 % der Nennungen Messungen als Abnahme oder Freigabemessung in neuen oder sanierten Gebäuden neben anderen hier nicht weiter differenzierten Anlässen.

Abbildung 1: Anlässe für Innenraumuntersuchungen 2006 – 2012 (n=6624)

Der hohe Anteil an geruchsbezogenen Untersuchungen zeigt, dass der Messung und Beurteilung von Gerüchen in Innenräumen eine große Bedeutung zukommt.

Im Unterschied zur Messung von flüchtigen organischen Verbindungen gibt es jedoch für die Erfassung von Gerüchen in Innenräumen keine erprobten chemisch-analytischen Messmethoden. Für die Bewertung von Gerüchen sind einzelstoffbezogene Konzepte häufig nicht ausreichend. Es sollte daher auf andere Verfahren wie zum Beispiel die Bildung von Geruchswerten oder sensorische Verfahren zurückgegriffen werden.

Zwar lassen sich manche Geruchstoffe in der Raumluft mit ausreichender Nachweisempfindlichkeit chemisch analysieren, aber alltägliche Gerüche werden häufig von komplexen Mischungen mehrerer, manchmal hunderter Einzelsubstanzen verursacht. Viele dieser Substanzen sind in Konzentrationen von wenigen Nanogramm pro Kubikmeter Luft bereits wahrnehmbar, aber analytisch kaum erfassbar. Bei der Bewertung mittels Geruchsschwellen ist zu berücksichtigen, dass sich Geruchsstoffe in Gemischen wechselseitig beeinflussen können. Wechselwirkungen wie Synergismen können die geruchlichen Eigenschaften von Substanzgemischen gravierend beeinflussen.

Die vorhandenen Geruchsschwellenwerte sind von unterschiedlicher Qualität. Neben aktuellen, mit gut dokumentierten Verfahren ermittelten Geruchsschwellen werden in der Literatur auch sehr alte, mit inkompatiblen Methoden ermittelte Geruchsschwellen genannt. Für viele Innenraumschadstoffe fehlen Daten zur Geruchsschwelle. In vielen Fällen ist aber auch unklar, ob es sich dabei um die Angabe der Geruchsschwelle oder der Geruchserkennungsschwelle handelt. Die chemische Analyse geruchsintensiver Substanzen in der Raumluft reicht daher häufig nicht aus, um geruchliche Auffälligkeiten vollständig zu erfassen und sachgerecht zu bewerten. Aus Sicht der AGÖF ist es notwendig, für weitere Stoffe Geruchsschwellenwerte zu ermitteln. Das Schadstoff-Belastungsprofil der Innenraumluft ist ständigen Veränderungen unterworfen und über viele der erst seit kurzer Zeit in der Raumluft nachgewiesenen flüchtigen organischen Verbindungen liegen wenige Informationen vor. Die AGÖF-Orientierungswerteliste bildet das aktuell vorhandene Belastungsspektrum der Innenraumluft ab und eignet sich deshalb auch als Prioritätenliste für die Ermittlung von Geruchsschwellen.

VOC-Messungen sind in vielen Fällen nicht ausreichend um Geruchsprobleme in Innenräumen aufzuklären. Da Geruchsbelästigungen meist schon bei sehr niedrigen Stoffkonzentrationen und durch das Zusammenwirken verschiedener Substanzen hervorgerufen werden können, ist ein Nachweis mittels physikalisch-chemischer Messverfahren äußerst aufwändig oder überhaupt nicht möglich. Es kann daher erforderlich sein, geruchssensorische Verfahren einzubeziehen. Mittels sensorischer Methoden, bei denen die menschliche Nase als Messinstrument verwendet wird, lassen sich Gerüche ausreichend empfindlich messen. Allerdings wird dieselbe Substanz in identischer Konzentration von verschiedenen Menschen unterschiedlich wahrgenommen. Hinzu kommt, dass Geruchswahrnehmungen im Gehirn interpretiert und mit Hilfe von Erfahrungswerten individuell unterschiedlich bewertet werden. Für eine objektive Messung muss daher sichergestellt sein, dass die Bandbreite der Geruchswahrnehmungen der Prüfer der in der Gesamtbevölkerung vorhandenen Verteilung entspricht. Hierzu verweisen wir auf den AGÖF-Leitfaden „Gerüche in Innenräumen - sensorische Bestimmung und Bewertung”17.

 

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5. Erläuterung zur Liste der AGÖF-Orientierungswerte VOC

Spalte 1: Name der Substanz

Spalte 2: CAS-Nummer

Spalte 3: Anzahl n

Angegeben wird die Anzahl der Daten, die der statistischen Auswertung hinterlegt sind.

Spalte 4: Normalwert P 50

Der Normalwert stellt die „durchschnittliche” Belastungssituation im betrachteten Kollektiv dar. Er entspricht dem 50. Perzentilwert. Auch eine Luftkonzentration im Bereich des Normalwerts geht in der Regel auf eine oder mehrere Quellen zurück, jedoch wird im Allgemeinen kein ausreichendes Indiz für einen zwingenden Handlungsbedarf im Sinne einer Minimierung gesehen.

Spalte 5: Auffälligkeitswert

Der Auffälligkeitswert entspricht dem 90 Perzentilwert. Er beschreibt eine Überschreitung von in Innenräumen üblichen Konzentrationen und deutet damit auf die Existenz einer entsprechenden Emissionsquelle hin.

Spalte 6: Orientierungswert der AGÖF

Der Orientierungswert entspricht dem gerundeten Auffälligkeitswert beziehungsweise toxikologisch abgeleiteten Werten, wenn diese unter dem Auffälligkeitswert liegen.

Aus Sicht der AGÖF ist bei einem Erreichen bzw. Überschreiten des Orientierungswertes zu prüfen, ob im Sinne einer vorbeugenden Minimierung der VOC-Belastung ein weiterer Handlungsbedarf besteht. Auch sollte hier die gesundheitliche Relevanz und Sanierungsnotwendigkeit geprüft werden. Der Umfang und das Vorgehen bei dieser Prüfung muss weitestgehend dem Gutachter überlassen werden. Neben den Gegebenheiten bei der Prüfung sollte er dabei beachten, dass:

  1. verfahrenstechnische Unsicherheiten von VOC-Untersuchungen gegeben sind. Hinweise hierzu lassen sich unter anderem aus den Ringversuchen und Vergleichsuntersuchungen der AGÖF gewinnen;
  2. Schwankungen von VOC-Konzentrationen in Räumen in Abhängigkeit von klimatischen Bedingungen und Nutzungsgewohnheiten zu erwarten sind;
  3. je nach Emissionsquelle ein Rückgang der Belastung in Form eines Abklingverhaltens möglich ist.

Spalte 7: Hinweise

In dieser Spalte finden sich ergänzende Hinweise zu weiteren Bewertungsmaßstäben für einzelne Verbindungen oder Stoffgruppen wie toxikologische Richtwerte (RW II und RW I) der Ad-hoc-AG und weitere Richtwerte anderer Institutionen oder Einzelautoren. Auch Hinweise auf Substanzeigenschaften, die für die Bewertung relevant sein können wurden aufgenommen.

Die AGÖF bemüht sich um Aktualität, in Zweifelsfällen sollten die angegebenen Werte unter den genannten Links bzw. den Originalstellen überprüft werden.


Fussnoten:

1Ad-hoc-Arbeitsgruppe aus Mitgliedern der Innenraumlufthygiene-Kommission (IRK) beim Umweltbundesamt sowie der Arbeitsgemeinschaft der Obersten Landesgesundheitsbehörden (AOLG)
2 http://www.umweltbundesamt.de/themen/gesundheit/kommissionen-arbeitsgruppen/kommission-innenraumlufthygiene/empfehlungen-richtwerte-der-kommission
3Arbeitsgruppe des UBA und der AGLMB (2007): Beurteilung von Innenraumluftkontaminationen mittels Referenz- und Richtwerten. Bundesgesundheitsblatt 7, S 990-1005
4AGÖF (2004): AGÖF-Orientierungswerte für Inhaltsstoffe von Raumluft und Hausstaub. 7. Fachkongress in München. S 24-39
5Hofmann H, Plieninger P (2008): Bereitstellung einer Datenbank zum Vorkommen von flüchtigen organischen Verbindungen in der Innenraumluft. WaBoLu-Hefte 05/08 Umweltbundesamt, Dessau-Roßlau verfügbar unter http://www.umweltbundesamt.de/publikationen/bereitstellung-einer-datenbank-vorkommen-von
6UFOPLAN Vorhaben FKZ 3709 62 211: Zielkonflikt energieeffiziente Bauweise und gute Raumluftqualität - Datenerhebung für flüchtige organische Verbindungen in der Raumluft von Wohn- und Bürogebäuden (Lösungswege), noch unveröffentlicht
7Die AGÖF verwendet hier eine etwas erweiterte VOC-Definition, es werden alle mit den in Kapitel 3 genannten analytischen Verfahren ermittelbaren Substanzen in erster Näherung als flüchtig definiert, ungeachtet ob sie den WHO-Konventionen gemäß eher als „very volatile”, „volatile” oder „semivolatile” zu bezeichnen wären.
8ALARA = As Low As Reasonable Achievable (so niedrig wie vernünftigerweise erreichbar)
9Ad-hoc-Arbeitsgruppe des UBA und der AGLMB (1996): Richtwerte für die Innenraumluft: Basisschema. Bundesgesundhbl. 39, S 422-426
10Solberg HE (1987) International Federation of Clinical Chemistry (IFCC), Scientific Committee, Clinical Section, Expert Panel on Theory of Reference Values. Approved recommendation (1986) on the theory of reference values. Part 1. The concept of reference values. J Clin Chem Clin Biochem 25, S 336-42
11Hauptverband der gewerblichen Berufsgenossenschaften (Hrsg.) (2005): Innenraumarbeitsplätze – Vorgehensempfehlung für die Ermittlungen zum Arbeitsumfeld
12Neumann HD, Buxtrup M, Weber M et al. (2012): Vorschlag zur Ableitung von Innenraumarbeitsplatz-Referenzwerten in Schulen. Gefahrstoffe – Reinhaltung der Luft 72, S 291-297 verfügbar unter http://www.dguv.de/medien/ifa/de/pub/grl/pdf/2012_106.pdf
13LABO (BUND-LÄNDER-ARBEITSGEMEINSCHAFT BODENSCHUTZ) (2003): Hintergrundwerte für anorganische und organische Stoffe in Böden. Beschlussfassung der 33. StäA4-Sitzung 29./30.1.2003. - 58 S zitiert nach LfU Bayern (BAYERISCHES LANDESAMT FÜR UMWELT). 2013. Was sind Hintergrundwerte genau – Internetangebot. http://www.lfu.bayern.de/boden/hintergrundwerte/index.htm
14verfügbar unter http://www.umweltbundesamt.de/publikationen/bereitstellung-einer-datenbank-vorkommen-von, der Abschlussbericht des 2. Vorhabens liegt noch nicht vor
15 http://agoef.de/agoef/oewerte/agoef_laborvergleichsmessungen.html
16UFOPLAN Vorhaben FKZ 3709 62 211: Zielkonflikt energieeffiziente Bauweise und gute Raumluftqualität - Datenerhebung für flüchtige organische Verbindungen in der Raumluft von Wohn- und Bürogebäuden (Lösungswege), noch unveröffentlicht
17 http://agoef.de/agoef/oewerte/agoef_geruchsleitfaden.html

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6. AGÖF-Orientierungswerte VOC

Alkane
n-Hexan 110-54-3 3598 1,8 8,0 8,0  
2-Methylpentan 107-83-5 1734 1,0 7,0 7,0  
3-Methylpentan 96-14-0 1753 1,0 4,0 4,0  
n-Heptan 142-82-5 3624 2,0 9,0 9,0  
2-Methylhexan 591-76-4 1196 1,0 4,0 4,0  
3-Methylhexan 589-34-4 1832 1,0 6,3 6,3  
2,3-Dimethylpentan 565-59-3 750 <1 4,4 4,4  
n-Oktan 111-65-9 3616 1,0 5,0 5,0  
2-Methylheptan 592-27-8 738 <1 1,2 1,2  
3-Methylheptan 589-81-1 706 <1 1,3 1,3  
2,2,4-Trimethylpentan (Isooctan) 540-84-1 2952 <1 1,0 1,0  
n-Nonan 111-84-2 3626 <1 5,0 5,0 Ad-hoc-AG: Summe
   Aliphaten C9-C14
   RW I = 0,2mg/m3 ;
   RW II = 2mg/m3
2,3-Dimethylheptan 3074-71-3 1123 <1 <1  
n-Decan 124-18-5 3627 1,0 11,0 11
n-Undecan 1120-21-4 3624 2,0 14,0 14
n-Dodecan 112-40-3 3625 1,0 9,0 9,0
2,2,4,6,6-Pentamethylheptan 13475-82-6 2943 <1 4,8 4,8
n-Tridecan 629-50-5 3624 1,0 5,0 5,0
n-Tetradecan 629-59-4 3626 1,0 4,0 4,0
n-Pentadecan 629-62-9 3622 1,0 3,0 3,0  
n-Hexadecan 544-76-3 3615 1,0 2,0 2,0  
2,2,4,4,6,8,8-Heptamethylnonan 4390-04-9 2826 <1 1,0 1,0  
n-Heptadecan 629-78-7 2292 <1 2,0 2,0  
n-Octadecan 593-45-3 2276 <1 1,0 1,0  
n-Nonadecan 629-92-5 2279 <1 <1    
n-Eicosan 112-95-8 2233 <1 <1    
n-Heneicosan 629-94-7 1186 <1 <1    
n-Docosan 629-97-0 1185 <1 <1    
Cycloalkane
Cyclopentan 287-92-3 965 <1 4,0 4,0  
Cyclohexan 110-82-7 3606 1,0 9,0 9,0 BWG: vRW I = 400µg/m3;
   vRW II = 4000µg/m3
Methylcyclopentan 96-37-7 3633 <1 3,0 3,0  
Methylcyclohexan 108-87-2 3642 <1 4,0 4,0  
Dimethylcyclohexan 589-90-2 791 <1 <1    
trans-Decahydronaphthalin 493-02-7 986 <1 1,0 1,0  
Decalin 91-17-8 640 <2 2,7 2,7  
Alkene
1-Hepten 592-76-7 1109 <1 2,0 2,0  
1-Octen 111-66-0 3438 <1,5 <2    
1-Nonen 124-11-8 1849 <2 <2    
1-Decen 872-05-9 3440 <1,5 <2    
1-Undecen 821-95-4 1828 <1,5 <2    
1-Dodecen 112-41-4 1207 <2 <2    
1-Tridecen 2437-56-1 1141 <2 <2    
trimeres Isobuten 7756-94-7 2970 <1 <1,5    
Cyclohexen 110-83-8 964 <1 <1,5    
4-Vinylcyclohexen 100-40-3 2961 <1 <1    
4-Phenylcyclohexen 4994-16-5 3584 <1 <1    
Aromaten
Benzol 71-43-2 3647 1,0 3,0 3,0 Kanzerogen (K1A)
39. BImSchV: Außenluft-
   grenzwert: 5µg/m3
WHO: „no safe level”
Toluol 108-88-3 3664 7,0 30,0 30 Ad-hoc-AG:
   RW I = 0,3mg/m3;
   RW II = 3mg/m3
BWG: Summe C1-C4-Alkylbenzole
   vRW I = 300µg/m3;
   vRW II = 3000µg/m3,
BMLFUW: WIR = 75µg/m3
WHO:
   RW=260µg/m3 (Toxizität),
   RW=1.000 µg/m3 (Geruch)
Ethylbenzol 100-41-4 3652 1,0 10,0 10 Ad-hoc-AG:
   RW I = 0,2mg/m3;
   RW II = 2mg/m3
BWG: Summe C1-C4-Alkylbenzole
   vRW I = 300µg/m3;
   vRW II = 3000µg/m3
m,p-Xylol 1330-20-7 3650 3,0 29,0 29 BWG: Summe C1-C4-Alkylbenzole
   vRW I = 300µg/m3;
   vRW II = 3000µg/m3
o-Xylol 95-47-6 3643 1,0 9,0 9,0
n-Propylbenzol 103-65-1 3639 <1 2,1 2,1 Ad-hoc-AG: Summe C9-C15-Alkylbenzole:
   RW I = 0,1mg/m3;
   RW II = 1mg/m3
BWG: Summe C1-C4-Alkylbenzole
   vRW I = 300µg/m3;
   vRW II = 3000µg/m3
Isopropylbenzol 98-82-8 3635 <1 1,0 1,0
2-Ethyltoluol 611-14-3 3608 <1 3,0 3,0
3-Ethyltoluol 620-14-4 1826 1,0 6,7 6,7
4-Ethyltoluol 622-96-8 1815 <1 3,0 3,0
3/4-Ethyltoluol 620-14-4/
622-96-8
1195 1,0 5,0 5,0
1,2,3-Trimethylbenzol 526-73-8 3607 <1 2,6 2,6
1,2,4-Trimethylbenzol 95-63-6 3639 1,0 10,9 11
1,3,5-Trimethylbenzol 108-67-8 3640 <1 3,0 3,0
n-Butylbenzol 104-51-8 2462 <1 <1  
1,2,4,5-Tetramethylbenzol 95-93-2 2842 <1 <1  
1,2,3,5-Tetramethylbenzol 527-53-7 1704 <1 <1  
o-Cymol 527-84-4 1125 <1 <1  
m-Cymol 535-77-3 1125 <1 1,0 1,0
p-Cymol 99-87-6 3618 <1 2,0 2,0
1-Ethyl-3,5-dimethylbenzol 934-74-7 940 <1 1,0 1,0
1,3-Diisopropylbenzol 99-62-7 1380 <1 <1   Ad-hoc-AG: Summe C9-C15-Alkylbenzole:
   RW I = 0,1mg/m3;
   RW II = 1mg/m3
1,4-Diisopropylbenzol 100-18-5 1380 <1 <1  
1,3-/1,4-Diisopropylbenzol 99-62-7 /
100-18-5
1074 <1 <1  
Phenyloctan 2189-60-8 615 <1 <1  
Styrol 100-42-5 3652 1,0 12,0 12 Ad-hoc-AG:
   RW I =0,03mg/m3;
   RW II = 0,3mg/m3
BMLFUW: WIR = 40µg/m3
WHO:
   RW = 260µg/m3 (Toxizität),
   RW = 30µg/m3 (Geruch)
Methylstyrol 98-83-9 1453 <1 <3    
2-Vinyltoluol 611-15-4 964 <1 <1    
3-Vinyltoluol 100-80-1 964 <1 <1    
4-Vinyltoluol 622-97-9 964 <1 <1    
Vinyltoluol 25013-15-4 615 <1 <1    
Phenylacetylen 536-74-3 1579 <1 <1    
Phenol 108-95-2 2598 <1 3,0 3,0 Ad-hoc-AG:
   RW I =0,02mg/m3;
   RW II = 0,2mg/m3
o-Kresol 95-48-7 465 <1 <1   Ad-hoc-AG: Summe Kresole:
   RW I = 0,005mg/m3;
   RW II = 0,05mg/m3
m/p-Kresol 108-39-4/
106-44-5
464 <1 <1  
2,6-Di-tert.-butyl-4-methylphenol 128-37-0 2641 <1 <1    
Naphthalin 91-20-3 3619 <1 1,2 1,2
[Anm. 1]
Kanzerogen (K2)
Ad-hoc-AG:
   RW I = 0,01mg/m3;
   RW II = 0,03mg/m3
WHO: Belastungsobergrenze
   0,01mg/m3im
   Jahresdurchschnitt
BUI: Summe PAK über
   Toxizitätsfaktoren
1-Methylnaphthalin 90-12-0 1124 <0,1 <1   Ad-hoc-AG: Summe bi- und trizyklische aromatische Kohlenwasserstoffe:
   (v)RW I = 0,01mg/m3;
   (v)RW II = 0,03mg/m3
2-Methylnaphthalin 91-57-6 1124 <0,1 <1  
Diisopropylnaphthalin 38640-62-9 1166 1,0 3,0 3,0  
1,2,3,4-Tetrahydronaphthalin 119-64-2 1231 <0,1 <1    
Inden 95-13-6 619 <1 <1    
Indan 496-11-7 2204 <1 1,0 1,0  
Halogenkohlenwasserstoffe
Trichlormethan 67-66-3 1155 <1 <1    
Tetrachlormethan 56-23-5 1863 <1 <1,5    
1,2-Dichlorethan 107-06-2 2061 <1 <1    
Epichlorhydrin 106-89-8 1187 <1 <1    
1,1,1-Trichlorethan 71-55-6 3614 <1 <1    
Trichlorethen (Tri) 79-01-6 2501 <1 <1   Kanzerogen (K1B)
WHO: „no safe level”
Tetrachlorethen (Per) 127-18-4 3615 <1 <1 2. BImSchV: 0,1mg/m3
WHO: RW = 250µg/m3
BMLFUW: WIR = 250µg/m3
cis-1,2-Dichlorethen 156-59-2 1102 <1 <1    
Chlorbenzol 108-90-7 1099 <1 <1    
1,2-Dichlorbenzol 95-50-1 2718 <1 <1    
1,3-Dichlorbenzol 541-73-1 2713 <1 <1    
1,4-Dichlorbenzol 106-46-7 3548 <1 <1    
1-Chlornaphthalin 90-13-1 1972 <1 <1    
2-Chlornaphthalin 91-58-7 1281 <1 <1    
1,4-Dichlornaphthalin 1825-31-6 1134 <1 <1    
1,5-Dichlornaphthalin 1825-30-5 961 <1 <1    
1,3-Dichlor-2-propanol 96-23-1 1826 <1 <1    
Alkohole
1-Propanol 71-23-8 1086 <1 18,0 18  
2-Propanol (Isopropanol) 67-63-0 1835 20,0 91,4 91  
1-Butanol 71-36-3 3556 8,0 35,0 35  
Isobutanol (2-Methyl-1-propanol) 78-83-1 3393 1,0 10,0 10  
tert.-Butanol 75-65-0 627 <1 <1    
1-Pentanol 71-41-0 2459 <1 5,4 5,4  
2-Pentanol 6032-29-7 203 0,4 <1    
Isoamylalkohol 123-51-3 849 <1,5 <1,5    
1-Hexanol 111-27-3 2455 <1 1,0 1,0  
1-Heptanol 111-70-6 1759 <1 <1    
1-Octanol 111-87-5 1936 <1 <1    
2-Ethyl-1-hexanol 104-76-7 3592 3,0 13,0 13 Ad-hoc-AG:
   RW I = 0,1mg/m3;
   vRW II = 1mg/m3
1-Nonanol 143-08-8 1759 <1 <1    
1-Decanol 112-30-1 2397 <1 <1,5    
Cyclohexanol 108-93-0 617 <1 <1    
1-Octen-3-ol 3391-86-4 792 <0,4 0,5 0,5  
Benzylalkohol 100-51-6 3311 <1 4,6 4,6 Ad-hoc-AG:
   RW I = 0,4mg/m3;
   RW II = 4mg/m3
Diacetonalkohol 123-42-2 632 <1 <1    
Terpene
alpha-Pinen 80-56-8 3591 4,0 68,0 68 Ad-hoc-AG: Summe bizyklische Terpene
   RW I = 0,2mg/m3;
   RW II = 2mg/m3
beta-Pinen 127-91-3 3593 1,0 8,7 8,7
delta-3-Caren 13466-78-9 3574 1,0 25,9 26
Limonen 138-86-3 3648 4,0 23,0 23 Ad-hoc-AG: Summe monozykl. Monoterpene
   RW I = 1mg/m3;
   RW II = 10mg/m3
beta-Linalool 78-70-6 2709 <1 <1    
Campher 76-22-2 2854 <1 <1,5   Ad-hoc-AG: Summe bizyklische Terpene
   RW I = 0,2mg/m3;
   RW II = 2mg/m3
Camphen 79-92-5 2320 <1 2,1 2,1
Eucalyptol 470-82-6 2859 <1 <2   Ad-hoc-AG: Summe monozykl. Monoterpene
   RW I = 1mg/m3;
   RW II = 10mg/m3
Menthol 89-78-1 1756 <1 <1    
alpha-Terpinen 99-86-5 3312 <1 <1,5   Ad-hoc-AG: Summe monozykl. Monoterpene
   RW I = 1mg/m3;
   RW II = 10mg/m3
gamma-Terpinen 99-85-4 712 <1,5 <1,5    
Longicyclen 1137-12-8 651 <1 <1    
Borneol 507-70-0 2134 <1 <1   Ad-hoc-AG: Summe bizyklische Terpene
   RW I = 0,2mg/m3;
   RW II = 2mg/m3
Isolongifolen/ Isolongicyclen 1135-66-6 2218 <1 <1,5    
Longifolen 475-20-7 3437 <1 2,0 2,0  
Verbenon 1196-01-6 2122 <1 <1   Ad-hoc-AG: Summe bizyklische Terpene
   RW I = 0,2mg/m3;
   RW II = 2mg/m3
beta-Caryophyllen 87-44-5 1750 <1 <1,5    
beta-Citronellol 106-22-9 1607 <1 <2    
beta-Myrcen 123-35-3 1383 <1 2,0 2,0  
alpha-Phellandren 99-83-2 416 <1 <1    
beta-Farnesen 28973-97-9 416 <1 <1    
Longipinen 5989-08-2 416 <1 <1    
alpha-Terpineol 98-55-5 988 <1 1,0 1,0  
Aldehyde
Formaldehyd 50-00-0 2035 35,0 81,0 30*
[Anm.2,3]
Kanzerogen (K2) [Anm. 4]
BGA: 0,1 ppm (≡ 120µg/m3)
Sagunski:
   vRWI = 0,03mg/m3;
   vRW II = 0,1mg/m3
   [Anm.3]
WHO: 0,1 mg/m3 Höchst-
   konzentration innerhalb von
   30 Minuten
*unter Nutzungsbedingungen
Acetaldehyd 75-07-0 911 20,0 54,0 54 Ad-hoc-AG:
   RW I = 0,1mg/m3;
   RW II = 1mg/m3
B.A.U.CH. (b):
   Summe C2-C10
   n-Aldehyde RW = 60ppb
Propanal 123-38-6 891 4,0 14,0 14 BWG: vRW I = 20µg/m3
BWG:
   Summe Alkanale C3-C6:
   vRW I = 100µg/m3;
   vRW II = 1000µg/m3
B.A.U.CH. (b):
   Summe C2-C10
   n-Aldehyde RW = 60ppb
n-Butanal 123-72-8 2948 2,0 10,0 10 Ad-hoc-AG: Summe gesättigte
   azyklische aliphatische
   Alkanale C4-C11:
   RW I = 0,1mg/m3;
   RW II = 2mg/m3
BWG: vRW I = 10µg/m3
BWG:
   Summe Alkanale C3-C6:
   vRW I =100µg/m3;
   vRW II = 1000µg/m3
B.A.U.CH. (b): RW = 44µg/m3
B.A.U.CH. (b):
   Summe C2-C10
   n-Aldehyde RW = 60ppb
n-Pentanal 110-62-3 3698 4,0 20,3 20 Ad-hoc-AG: Summe gesättigte
   azyklische aliphatische
   Alkanale C4-C11:
   RW I = 0,1mg/m3;
   RW II = 2mg/m3
BWG: Summe Alkanale C3-C6:
   vRW I =100µg/m3;
   vRW II = 1000µg/m3
B.A.U.CH. (b): RW = 53µg/m3
B.A.U.CH. (b):
   Summe C2-C10
   n-Aldehyde RW = 60ppb
3-Methyl-1-butanal 590-86-3 360 <1 <3 Ad-hoc-AG: Summe gesättigte
   azyklische aliphatische
   Alkanale C4-C11:
   RW I = 0,1mg/m3;
   RW II = 2mg/m3
n-Hexanal 66-25-1 3725 11,0 55,0 55 Ad-hoc-AG: Summe gesättigte
   azyklische aliphatische
   Alkanale C4-C11:
   RW I = 0,1mg/m3;
   RW II = 2mg/m3
BWG: vRW I = 20µg/m3
BWG:
   Summe Alkanale C3-C6:
   vRW I =100µg/m3;
   vRW II = 1000µg/m3
B.A.U.CH. (b): RW = 61µg/m3
B.A.U.CH. (b):
   Summe C2-C10
   n-Aldehyde RW = 60ppb
2-Ethylhexanal 123-05-7 2313 <1 <2   Ad-hoc-AG: Summe gesättigte
   azyklische aliphatische
   Alkanale C4-C11:
   RW I = 0,1mg/m3;
   RW II = 2mg/m3
n-Heptanal 111-71-7 3632 2,0 6,7 6,7 Ad-hoc-AG: Summe gesättigte
   azyklische aliphatische
   Alkanale C4-C11:
   RW I = 0,1mg/m3;
   RW II = 2mg/m3
B.A.U.CH. (b): RW = 70µg/m3
B.A.U.CH. (b):
   Summe C2-C10
   n-Aldehyde RW = 60ppb
n-Octanal 124-13-0 3630 2,0 8,0 8,0 Ad-hoc-AG: Summe gesättigte
   azyklische aliphatische
   Alkanale C4-C11:
   RW I = 0,1mg/m3;
   RW II = 2mg/m3
B.A.U.CH. (b): RW = 79µg/m3
B.A.U.CH. (b):
   Summe C2-C10
   n-Aldehyde RW = 60ppb
n-Nonanal 124-19-6 3637 6,0 19,0 19 Ad-hoc-AG: Summe gesättigte
   azyklische aliphatische
   Alkanale C4-C11:
   RW I = 0,1mg/m3;
   RW II = 2mg/m3
B.A.U.CH. (b): RW = 87µg/m3
B.A.U.CH. (b):
   Summe C2-C10
   n-Aldehyde RW = 60ppb
n-Decanal 112-31-2 3622 2,0 7,0 7,0 Ad-hoc-AG: Summe gesättigte
   azyklische aliphatische
   Alkanale C4-C11:
   RW I = 0,1mg/m3;
   RW II = 2mg/m3
B.A.U.CH. (b): RW = 96µg/m3
B.A.U.CH. (b):
   Summe C2-C10
   n-Aldehyde RW = 60ppb
n-Undecanal 112-44-7 2013 <1 1,0 1,0 Ad-hoc-AG: Summe gesättigte
   azyklische aliphatische
   Alkanale C4-C11:
   RW I = 0,1mg/m3;
   RW II = 2mg/m3
n-Dodecanal 112-54-9 1139 <1 1,0 1,0  
Benzaldehyd 100-52-7 3684 4,0 15,0 15 Ad-hoc-AG:
   RW I = 0,02mg/m3;
   RW II = 0,2mg/m3
4-Methylbenzaldehyd 104-87-0 505 <1 <1,3    
Cuminaldehyd 122-03-2 978 <1 <1    
2-Methyl-2-propenal 78-85-3 601 <1 <3    
2-Butenal 4170-30-3 1313 <1 <2    
2-Pentenal 1576-87-0 693 <1 <1    
2-Hexenal 505-57-7 693 <1 <1    
2-Heptenal 2463-63-0 702 <1 <1    
2-Octenal 2363-89-5 693 <1 <1    
2-Nonenal 2463-53-8 694 <1 1,0 1,0  
2-Decenal 3913-71-1 693 <1 <1    
2-Undecenal 2463-77-6 693 <1 <1    
Acrolein 107-02-8 774 <5 <5    
Glutaraldehyd 111-30-8 761 <1 <3    
Furfural 98-01-1 1611 1,0 4,0 4,0 Ad-hoc-AG:
   RW I = 0,01mg/m3;
   RW II = 0,1mg/m3
5-Methylfurfural 620-02-0 288 <1 <4    
Ketone
Aceton 67-64-1 606 42,0 161,0 161  
2-Butanon (Methylethylketon MEK) 78-93-3 3740 4,1 33,4 33  
Methylpropylketon 107-87-9 250 <2 <3    
2-Hexanon (Methylbutylketon MBK) 591-78-6 1892 <1 1,0 1,0  
3-Methyl-2-butanon 563-80-4 865 <1 <3    
4-Methyl-2-pentanon (Methylisobutylketon MIBK) 108-10-1 3642 <1 4,0 4,0 Ad-hoc-AG:
   RW I = 0,1mg/m3;
   RW II = 1mg/m3
Diisobutylketon 108-83-8 1681 <1 <2    
2-Heptanon 110-43-0 1957 <1 1,9 1,9  
3-Heptanon 106-35-4 2411 <1 2,0 2,0  
3-Octanon 106-68-3 851 <0,5 <0,5    
Diisopropylketon 565-80-0 643 <1,5 <1,5    
Cyclopentanon 120-92-3 621 <1 <1    
Cyclohexanon 108-94-1 3697 1,0 5,0 5,0  
2-Methylcyclopentanon 1120-72-5 618 <1 <1    
2-Methylcyclohexanon 583-60-8 617 <1 <1    
3,3,5-Trimethyl-2-cyclohexen-1-on 78-59-1 239 <1 <2    
Acetophenon 98-86-2 3409 1,3 4,0 4,0  
Benzophenon 119-61-9 1032 <1 <1    
1-Hydroxyaceton 116-09-6 617 <1 <1    
Ester ein- und zweiwertiger Alkohole
n-Butylformiat 592-84-7 2847 <1 1,0 1,0  
Methylacetat 79-20-9 2029 1,0 6,0 6,0  
Ethylacetat 141-78-6 3636 3,0 22,9 23  
Vinylacetat 108-05-4 1008 <1 <1    
n-Propylacetat 109-60-4 2466 <1 <2    
Isopropylacetat 108-21-4 2474 <1 <1,5    
n-Butylacetat 123-86-4 3596 2,0 26,6 27  
Isobutylacetat 110-19-0 3613 <1 <2    
n-Pentylacetat 628-63-7 1616 <1 <2    
Isopentylacetat 123-92-2 639 <2 <2    
3-Methoxybutylacetat 4435-53-4 1775 <1 <1    
n-Hexylacetat 142-92-7 976 <1 <1    
2-Ethylhexylacetat 103-09-3 619 <1 <1    
Tetradecansäure-Isopropylester 110-27-0 887 <1 <1    
4-tert-Butylcyclohexylacetat 32210-23-4 966 <1 <1  
Benzoesäuremethylester (Methylbenzoat) 93-58-3 1224 <1 <1    
Acrylsäuremethylester (Methylacrylat) 96-33-3 1807 <1 <1    
Acrylsäureethylester (Ethylacrylat) 140-88-5 1752 <1 <1    
Acrylsäurebutylester (Butylacrylat) 141-32-2 1807 <1 <1    
2-Ethylhexylacrylat 103-11-7 806 <1 <1    
Hexandioldiacrylat 13048-33-4 1587 <1 <1    
Methacrylsäuremethylester (Methylmethacrylat) 80-62-6 3619 <1 <1,5   BWG: vRW I = 100µg/m3;
   vRW II = 1000µg/m3
n-Butylmethacrylat 97-88-1 621 <1 <1    
Essigsäurebornylester 76-49-3 1712 <1 <1,5    
Glykolsäurebutylester 7397-62-8 615 <1 <1    
Ethylenglykolmonomethyl-
etheracetat (EGMMA, 2-Methoxyethylacetat)
110-49-6 3474 <1 <1,5   Ad-hoc-AG:
„Default”-RW I = 0,005ml/m3;
„Default”-RW II = 0,05ml/m3
Ethylenglykolmonoethyl-
etheracetat (EGMEA, 2-Ethoxyethylacetat)
111-15-9 3519 <1 <2   Ad-hoc-AG:
   RW I = 0,2mg/m3;
   RW II = 2mg/m3
Ethylenglykolmonobutyl-
etheracetat (EGMBA, 2-Butoxyethylacetat)
112-07-2 3565 <1 <1   Ad-hoc-AG:
   vRW I = 0,2mg/m3;
   vRW II = 2mg/m3
Diethylenglykoldiacetat 628-68-2 975 <1 <1   Ad-hoc-AG:
„Default”-RW I = 0,005ml/m3;
„Default”-RW II = 0,05ml/m3
Propylenglykoldiacetat 623-84-7 618 <1 <1  
Propylenglykolmonomethyl-
etheracetat (PGMMA, 1-Methoxy-2-propylacetat)
108-65-6 3472 1,0 7,8 7,8
Propylenglykolmonoethyl-
etheracetat
98516-30-4 1721 <1 <1,5  
Dipropylenglykolmonomethyl-
etheracetat (DPGMMA)
88917-22-0 2267 <1 <1,5   Ad-hoc-AG:
„Default”-RW I = 0,005ml/m3;
„Default”-RW II = 0,05ml/m3
Diethylenglykolmonobutyl-
etheracetat (DEGMBA)
124-17-4 3509 <1 <1,5  
Ethyl-3-ethoxypropionat 763-69-9 644 <2 <2    
TXIB (2,2,4-Trimethyl-1,3-pentandiol-diisobutyrat) 6846-50-0 2921 <1 3,0 3,0 BWG: vRW II = 1000µg/m3
Texanol 25265-77-4 3535 <1 2,0 2,0  
Dimethylsuccinat 106-65-0 2582 <1 <3    
Dimethylglutarat 1119-40-0 2582 <1 <2,5    
Dimethyladipat 627-93-0 2584 <1 <2    
Diisobutylsuccinat 925-06-4 855 <2 <2    
Diisobutylglutarat 71195-64-7 898 <2 <2    
Adipinsäurediisobutylester 141-04-8 1606 <1 <2    
Dibutylmaleinat 105-76-0 2840 <1 <2    
Diisobutylmaleat 14234-82-3 628 <1 <1    
Fumarsäuredibutylester 105-75-9 615 <1 <1    
Dimethylphthalat 131-11-3 3422 <1 <2    
Diethylphthalat 84-66-2 2198 <1 1,8 1,8  
Di(n-butyl)phthalat (DBP) 84-74-2 2180 <2 <7    
Diisobutylphthalat (DIBP) 84-69-5 2186 <2 <7   B.A.U.CH. (c): 2,8µg/m3
Etylencarbonat 96-49-1 619 <1 <1    
Diethylcarbonat 105-58-8 963 <1 <1  
Mehrwertige Alkohole und deren Ether (Glykol und Glykolether)
Ethylenglykol 107-21-1 2745 <1 <6    
1,2-Propylenglykol 57-55-6 3562 2,0 14,4 14  
1,4-Butandiol 110-63-4 618 <1 <1    
2-Methyl-2,4-pentandiol 107-41-5 1244 <5 <5    
Diethylenglykol 111-46-6 1759 <5 <10    
Dipropylenglykol 25265-71-8 729 <1 <5    
Tripropylenglykol 24800-44-0 1224 <1 <3    
Ethylenglykolmonomethyl-
ether (EGMM, 2-Methoxyethanol)
109-86-4 3486 <3 <5   B.A.U.CH. (a): RW = 30µg/m3
B.A.U.CH. (a): summarische
   Bewertung verschiedener
   Glykolderivate
Ad-hoc-AG:
   RW I = 0,02mg/m3;
   RW II = 0,2mg/m3
Ethylenglykolmonoethyl-
ether (EGME, 2-Ethoxyethanol)
110-80-5 3531 <1 <2,5   B.A.U.CH. (a): RW = 90µg/m3
B.A.U.CH. (a): summarische
   Bewertung verschiedener
   Glykolderivate
Ad-hoc-AG:
   RW I = 0,1mg/m3;
   RW II = 1mg/m3
Ethylenglykolmonobutyl-
ether (EGMB, 2-Butoxyethanol)
111-76-2 3550 1,9 13,4 13 B.A.U.CH. (a): RW =
   120µg/m3
B.A.U.CH. (a): summarische
   Bewertung verschiedener
   Glykolderivate
Ad-hoc-AG:
   RW I = 0,1mg/m3;
   RW II = 1mg/m3
Ethylenglykolmonophenyl-
ether (EGMP, 2-Phenoxyethanol)
122-99-6 3547 1,0 5,0 5,0 B.A.U.CH. (d):
   RW = 300µg/m3 (Toxizität),
   RW = 100µg/m3 (Geruch)
Ad-hoc-AG:
„Default”-RW I = 0,005ml/m3;
„Default”-RW II = 0,05ml/m3
Diethylenglykolmonomethyl-
ether (DEGMM, Methyldiglykol)
111-77-3 2900 <5 <5   Ad-hoc-AG:
   (v)RW I = 2mg/m3 ;
   (v)RW II = 6mg/m3
Diethylenglykolmonoethyl-
ether (DEGME, Ethyldiglykol)
111-90-0 3361 <1 <7   Ad-hoc-AG:
   (v)RW I = 0,7mg/m3 ;
   (v)RW II = 2mg/m3
Diethylenglykolmonobutyl-
ether (DEGMB, Butyldiglykol)
112-34-5 3540 <2 8,0 8,0 Ad-hoc-AG:
   (v)RW I = 0,4mg/m3 ;
   (v)RW II = 1mg/m3
1,2-Propylenglykolmonomethyl-
ether (1,2-PGMM, 1-Methoxy-2-propanol)
107-98-2 3548 2,0 14,0 14 Ad-hoc-AG:
   (v)RW I = 1mg/m3 ;
   (v)RW II = 10mg/m3
3-Methoxy-1-butanol 2517-43-3 826 <1,5 1,5 1,5  
Propylenglykolmonoethyl-
ether
1569-02-4 1715 <2 <2 Ad-hoc-AG:
   (v)RW I = 0,3mg/m3 ;
   (v)RW II = 3mg/m3
Propylenglykol-n-propylether 1569-01-3 749 <1 <1   Ad-hoc-AG:
„Default”-RW I = 0,005ml/m3;
„Default”-RW II = 0,05ml/m3
1,2-Propylenglykolmono-
butylether (PGMB, 1-Butoxy-2-propanol)
5131-66-8 2904 <1 3,0 3,0
1,2-Propylenglykolmono-
phenylether (PGMP, 1-Phenoxy-2-propanol)
770-35-4 2009 <1 <2  
Dipropylenglykolmonomethyl-
ether (DPGMM, D2PGME)
34590-94-8 2871 <1 7,0 7,0 Ad-hoc-AG:
   (v)RW I = 3mg/m3 ;
   (v)RW II = 7mg/m3
Dipropylenglykolmonobutyl-
ether (DPGMB)
29911-28-2 3526 <1 3,0 3,0 Ad-hoc-AG:
„Default”-RW I = 0,005ml/m3;
„Default”-RW II = 0,05ml/m3
Tripropylenglykolmonobutyl-
ether
55934-93-5 2900 <1 <4  
Ethylenglykoldimethyl-
ether
110-71-4 1679 <1 <1  
Ethylenglykoldiethyl-
ether
629-14-1 1636 <1 <1  
Diethylenglykoldimethyl-
ether
111-96-6 1693 <1 <1   Ad-hoc-AG:
   (v)RW I = 0,03mg/m3 ;
   (v)RW II = 0,33mg/m3
Dipropylenglykolmonopropyl-
ether
29911-27-1 1295 <2 <2   Ad-hoc-AG:
„Default”-RW I = 0,005ml/m3;
„Default”-RW II = 0,05ml/m3
Dipropylenglykoldimethyl-
ether
111109-77-4 1098 <1,5 <1,5  
Triethylenglykolmonobuthyl-
ether
143-22-6 1118 <1 <1  
Diethylenglykoldiethyl-
ether
112-36-7 1076 <1 <1  
Dibutyldiglykol 112-73-2 1614 <1 <2,5    
Triethylenglykoldimethyl-
ether
112-49-2 1255 <2 <2   Ad-hoc-AG:
„Default”-RW I = 0,005ml/m3;
„Default”-RW II = 0,05ml/m3
2-(2-Hexoxyethoxy)-ethanol 112-59-4 1591 <1 <1  
2-Hexoxyethanol 112-25-4 1592 <1 <1   Ad-hoc-AG:
   (v)RW I = 0,1mg/m3 ;
   (v)RW II = 1mg/m3
Dipropylenglykolmono-tert.-butylether 132739-31-2 615 <1 <1   Ad-hoc-AG:
„Default”-RW I = 0,005ml/m3;
„Default”-RW II = 0,05ml/m3
Tripropylenglykolmonomethyl-
ether
20324-33-8 615 <1 <1  
1,2-Propylenglykoldimethyl-
ether
7778-85-0 619 <1 <1  
TMDYD 126-86-3 1105 <1 <1    
2-Propoxyethanol 2807-30-9 618 <1 <1   Ad-hoc-AG:
„Default”-RW I = 0,005ml/m3;
„Default”-RW II = 0,05ml/m3
2-Methylethoxyethanol 109-59-1 615 <1 <1  
Siloxane
Hexamethyldisiloxan 107-46-0 974 <1 <1    
Hexamethyltricyclosiloxan (Siloxan D3) 541-05-9 2682 2,5 16,0 16 Ad-hoc-AG: Summe zyklische
   Dimethylsiloxane D3 – D6
   0,4mg/m3 ;
   RW II = 4mg/m3
Octamethyltetracyclosiloxan (Siloxan D4) 556-67-2 3610 1,0 7,0 7,0
Decamethylpentacyclosiloxan (Siloxan D5) 541-02-6 3168 3,0 22,0 22
Dodecamethylhexacyclosiloxan (Siloxan D6) 540-97-6 816 <3 10,8 11
Alkansäuren
Essigsäure 64-19-7 1863 24,0 87,8 88  
Propionsäure 79-09-4 1709 1,0 7,0 7,0  
Isobuttersäure 79-31-2 1706 <1 1,0 1,0  
n-Butansäure 107-92-6 1890 <1 2,0 2,0  
n-Pentansäure 109-52-4 1702 <1 2,0 2,0  
Pivalinsäure 75-98-9 1692 <1 <1    
n-Hexansäure 142-62-1 1890 <1 5,0 5,0  
n-Heptansäure 111-14-8 1703 <1 1,0 1,0  
2-Ethylhexansäure 149-57-5 1717 <1 1,0 1,0  
n-Octansäure 124-07-2 1885 <1 2,0 2,0  
Sonstige Verbindungen
Di-n-butylether 142-96-1 1603 <1 1,8 1,8  
Methyl-tert.-butylether 1634-04-4 1797 <2 <2    
Dioktylether 629-82-3 1620 <1 <1,5    
2-Methylfuran 534-22-5 1682 <1 <1,3    
3-Methylfuran 930-27-8 872 <1 <1,3    
2-Pentylfuran 3777-69-3 1472 <0,8 2,0 2,0  
Tetrahydrofuran (THF) 109-99-9 3353 <1 1,0 1,0  
Butyrolacton 96-48-0 621 <1 1,0 1,0  
1,4-Dioxan 123-91-1 2380 <1 <3    
2-Butanonoxim 96-29-7 2507 <1 3,6 3,6  
Acrylnitril 107-13-1 1019 <1 1,0 1,0  
Caprolactam 105-60-2 2560 <1 2,0 2,0  
N-Methyl-2-pyrrolidon 872-50-4 2870 <1 2,0 2,0  
Hexamethylentetramin 100-97-0 615 <1 <1    
Triethylamin 121-44-8 462 <1 <1    
5-Chlor-2-methyl-4-isothiazolin-3-on 26172-55-4 652 <1 <1    
2-Methyl-4-isothiazolin-3-on 2682-20-4 504 <1 <1    
Benzothiazol 95-16-9 2328 <1 1,0 1,0  
Triethylphosphat 78-40-0 646 <1 <1    
Tributylphosphat 126-73-8 715 <1 <1   Ad-hoc-AG: Summe
   RW I = 0,005mg/m3;
   RW II = 0,05mg/m3
TVOC   2505 360,0 1572,0 1000
[Anm.6]
Seifert: Bewertungskonzept
   TVOC [Anm.5]
Ad-Hoc-AG: „Handreichung"
   [Anm.6]
 

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6.1 Abkürzungen:

Ad-hoc-AG: Ad-hoc Arbeitsgruppe Innenraumrichtwerte der Innenraumlufthygiene-Kommision des UBA und der AG der Obersten Landesbehörden (AOLG)

Hier insbesondere: Ad-hoc-Arbeitsgruppe der Innenraumlufthygiene-Kommission des Umweltbundesamtes und der AGLMB (1996): Richtwerte für die Innenraumluft: Basisschema. Bundesgesundheitsblatt 39: 422-426 sowie Ad-hoc Arbeitsgruppe „Innenraumrichtwerte” der Innenraumlufthygiene-Kommission (IRK) des Umweltbundesamtes und der Obersten Landesgesundheitsbehörden (2012): Richtwerte für die Innenraumluft: erste Fortschreibung des Basisschemas. Bundesgesundheitsblatt 55, S 279-290 und die Veröffentlichungen zu den Richtwerte auf der Homepage des Umweltbundesamtes unter http://www.umweltbundesamt.de/themen/gesundheit/kommissionen-arbeitsgruppen/kommission-innenraumlufthygiene/empfehlungen-richtwerte-kommission

Roßkamp E (1998): Konservierung von Dispersionsfarben. In UBA (Hrsg.) Umweltmedizinscher Informationsdienst (UMID). 1-98 S 2-9. Nachzulesen unter http://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/419/dokumente/umid011998.pdf

B.A.U.CH.: Beratung und Analyse – Verein für Umweltchemie

  1. Sachbericht: Vorkommen von Estern und Ethern mehrwertiger Alkohole in der Raumluft (1994)
  2. Sachbericht: Analyse und Bewertung der in Innenräumen vorkommenden Konzentrationen an längerkettigen Aldehyden (1993)
  3. Sachbericht: Analyse und Bewertung der in Raumluft und Hausstaub vorhandenen Konzentrationen der Weichmacherbestandteile Diethylhexylphthalat (DEHP) und Dibutylphthalat (DBP) (1991)
  4. Marchl, D. (1998): Raumluftbelastungen durch Glykolverbindungen. In Diel, Feist, Krieg und Linden: Ökologisches Bauen und Sanieren. C.F. Müller Verlag. ISBN 3-7880-9901-1. S. 71-77

BGA: Bundesgesundheitsamt; (mittlerweile aufgegangen u.a. in Bundesinstitut für Risikobewertung)

Hier insbesondere „Zur Gültigkeit des 0,1-ppm-Wertes für Formaldehyd”. Bundesgesundheitsblatt 35 (1992) S. 482-483

BimschV: Bundesimissionsschutzverordnung

Hier insbesondere: 2. BImSchV (10. Dezember 1990, zuletzt geändert durch Artikel 1 der Verordnung vom 2. Mai 2013): Verordnung zur Emissionsbegrenzung von leichtflüchtigen halogenierten organischen Verbindungen

Hier insbesondere: 39. BImSchV (2010): Verordnung über Luftqualitätsstandards und Emissionshöchstmengen

BMLFUW: Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft (Österreich)

Hier insbesondere: Arbeitskreis Innenraumluft am BMLFUW und der Österreichischen Akademie der Wissenschaften.
Nachzulesen unter: http://www.innenraumanalytik.at/fachkompetenz/downloads/

BUI: Bremer Umweltinstitut

Hier insbesondere ZORN, C.; KÖHLER, M.; WEIS, N.; SCHARENBERG, W (2005): Proposal for Assessement of Indoor Air polycylic aromatic hydrocarbon (PAH). 10th International Conference on Indoor Air Quality and Climate. Beijing, China

Siehe auch www.bremer-umweltinstitut.de

BWG = Hamburger Behörde für Soziales, Familie, Gesundheit und Verbraucherschutz, früher Hamburger Behörde Umwelt und Gesundheit bzw. Gesundheit und Soziales

Hier insbesondere: VOC-Tabelle 1: http://www.hamburg.de/contentblob/122306/data/voc-tab1.pdf und VOC-Tabelle 2: http://www.hamburg.de/contentblob/122308/data/voc-tab2.pdf.

RW = Richtwert

vRW = vorläufiger Richtwert

WHO: World health organization (Weltgesundheitsorganisation)

Hier insbesondere „Regional office for Europe” – WHO Air Quality Guidelines 2000 (Second edition)
http://www.euro.who.int/__data/assets/pdf_file/0005/74732/E71922.pdf

„WHO-Leitlinien zur Raumluftqualität: Ausgewählte Schadstoffe (2010)” http://www.euro.who.int/de/what-we-publish/abstracts/who-guidelines-for-indoor-air-quality-selected-pollutants

WIR = Wirkungsbezogene Innenraumrichtwerte

 

6.2 Anmerkungen:

[Anm 1]: Eine Belastung mit Naphthalin kann auf die Anwesenheit einer komplexeren Belastung mit polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen hinweisen. Dies wird empfohlen zu überprüfen und ggf. entsprechend zu bewerten.

[Anm 2]: Formaldehydkonzentrationen sind in erheblichem Maß von klimatischen Bedingungen im Raum bzw. von den Emissionsquellen abhängig. Bei einem Überschreiten von 60 µg/m3 bei klimatischen Bedingungen, die geringe Formaldehydemissionen aus Materialien zulassen, kann erfahrungsgemäß bei gleicher Quellensituation unter anderen klimatischen Bedingungen eine Belastung im Bereich der Richtwerte der WHO oder des BGA resultieren (etwa Winter-/Sommereffekte). Dies wird durch einen Prüfwert berücksichtigt, der dazu anregen soll, die Formaldehydbelastung ggf. unter anderen klimatischen Bedingungen erneut zu überprüfen.

[Anm 3]: Sagunski H (2006): Formaldehyd, eine Innenraum-Geschichte. In: Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (Hrsg.: Materialien zur Umwelt¬medizin. Aktuelle umweltmedizinische Probleme in Innenräumen, Teil. Bd. 13. S 60-70

[Anm 4] Das Bundesinstitut für Risikobewertung hat in einer jüngeren Stellungnahme bestätigt, dass Formaldehyd als krebserregend beim Einatmen anzusehen ist. Allerdings bestünde eine Konzentrationsabhängigkeit der Wirkung und es wird dort in der Einschätzung der bisher gültige Richtwert von 0,1 ppm (124 µg/m3) bestätigt, der praktisch keine krebsauslösende Wirkung mehr erwarten ließe.

Ad-hoc-AG: Krebserzeugende Wirkung von Formaldehyd – Änderung des Richtwertes für die Innenraumluft von 0,1 ppm nicht erforderlich. Bundesgesundheitsblatt 11 S 1169 unter http://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/pdfs/Formaldehyd.pdf

[Anm. 5]: Nach Vorschlag der IRK soll in Räumen, die für einen längerfristigen Aufenthalt bestimmt sind, auf Dauer ein TVOC-Wert zwischen einem und drei Milligramm pro Kubikmeter nicht überschritten werden. Siehe auch: Seifert B (1999): Richtwerte für die Innenraumluft: Die Beurteilung der Innenraumluftqualität mit Hilfe der Summe der flüchtigen organischen Verbindungen (TVOC-Wert). Bundesgesundheitsblatt-Gesundheitsforschung-Gesundheitsschutz 42 S 270-278

[Anm. 6]: Ad-hoc-AG (2007): Beurteilung von Innenraumluftkontaminationen mittels Referenz- und Richtwerten. Bundesgesundheitsblatt 7 S 990-1004

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© AGÖF Stand: 28.11.2013

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